Stress ist keine Erscheinung der Neuzeit. Als der Mensch noch in der Natur lebte, waren die Reaktionsmuster, die wir heute als Stress bezeichnen, überlebenswichtig. Drohte Gefahr durch ein Tier oder ein anderes Ereignis, so mussten die Menschen von damals innert Sekunden entscheiden, ob sie zum Messer greifen sollen, um zu kämpfen, oder ob es besser ist, die Flucht zu ergreifen. In beiden Fällen mussten die Muskeln auf „aktiv“ sein, das Gehirn wach und der Puls schnell.
Die ausgeschütteten Stresshormone beschleunigen die Herzfrequenz und intensivieren den Atem. Die Muskeln werden mit mehr Sauerstoff versorgt, der Blutdruck steigt, die Pupillen der Augen weiten sich und das Hirn kann blitzschnell Entscheidungen treffen. Das heisst, der gesamte Körper ist auf Aktivität ausgerichtet. Bei den Menschen vor unserer Zeit war die Gefahr irgendwann gebannt und der Körper konnte sich wieder erholen.