Bitterstoffe findet man im Reich der Pflanzen. Viele Kräuter, Salate und Wurzeln schmecken bitter. Das Schmecken von Bitterstoffen wird durch Geschmacksrezeptoren auf der Zunge ermöglicht. Diese sind derart differenziert, dass sie zehntausende Bitterstoffe wahrzunehmen vermögen. Wir verfügen somit über ein geniales Warnsignal, dass unser Überleben sichert. Die Geschmacksrezeptoren schützten den Menschen seit jeher vor Giftstoffen und verdorbener Nahrung. Vielleicht ist die Skepsis gegenüber bitterem Gemüse deshalb so tief in unseren Genen verankert.
Natürlich ist nicht alles, was bitter ist, giftig! Ganz im Gegenteil: Unser Nahrungsangebot umfasst eine Vielzahl bitterstoffhaltiger Kräuter, Wurzel- und Blattgemüse, die als geniessbare, milde Varianten eine wertvolle Verdauungshilfe bieten. Prominente Vertreter sind Artischocken, Chicorée, Enzianwurzel oder Rucola. Ihre Bitterstoffe stimulieren über die Geschmacksknospen am Zungengrund reflektorisch die Produktion von Verdauungssäften.